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Geschichte

Das Kanonissenstift (Kloster) Wendhusen ist um 825 durch die Tochter des (sich 775 mit Karl dem Großen geeinigten ostsächsisch/fränkischen Adligen) Hessi, die Gräfin Gisla, gegründet worden und erreichte im Verlauf des 9. Jahrhunderts seine größte Bedeutung. In dieser Zeit stand es mit dem Reichsstift Herford in enger Verbindung und verfügte über umfangreichen Grundbesitz.

Mit dem Stift und der Stifterfamilie war auch die berühmte Klausnerin Liutbirg eng verbunden, deren um 880 verfasste Vita als eines der ältesten erzählerischen Werke Nord- und Mitteldeutschlands gilt.

Im 10. Jahrhundert beherrschten die Liudolfinger/Ottonen das Stift und verbanden es mit dem neugegründeten Reichsstift Quedlinburg. Der größte Teil des Grundbesitzes wurde darauf durch Otto I. mit dem Bistum Halberstadt zugunsten seiner neuen Residenz in Magdeburg getauscht.

Kurz nach 1100 ist der Konvent zu einem Augustiner-Chorfrauenstift reformiert worden. Das Stift blieb dennoch mit dem Reichsstift Quedlinburg verbunden, konnte aber im Spätmittelalter nicht mehr an die einstige Glanzzeit anknüpfen und geriet im 16. Jahrhundert allmählich in Verfall.

Nach Auflösung ist es von den Regensteiner Grafen vollständig profanisiert und als Lehen an adlige Familien vergeben worden. Nacheinander waren die Familien von Steuben, von Bülow/Wartenberg, von Hartwig und von dem Bussche Inhaber des Rittergutes Thale/Wendhusen.

Patrozinien:

St. Maria, St. Pusinna und St. Nicolaus

Bauten:

  • Aus dem Frühmittelalter (1.H. 9. Jh.) der Fundamentrest einer Saalkirche mit hufeisenförmiger Apsis und Damenstiftsempore (bis 6,30 m Höhe erhalten).
  • Geringe Spuren einer Umbauphase um 1 000, dabei in situ erhaltene Säule mit Pilzkapitell.
  • In der Mitte des 12. Jahrhunderts entstand ein blockartiger Westbau vor der karolingerzeitlichen Stiftskirche, dessen drei Funktionsbereiche entschlüsselt werden konnten, darunter ist neben liturgisch bedingten Räumlichkeiten auch der Nachweis eines ehemaligen Scriptoriums.
  • Die vorhandenen Wirtschaftbauten entstammen unterschiedlichen Epochen vom 17. - 19. Jahrhundert, das ehemalige Herrenhaus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts.
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